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HCI Renditefonds V - von einer Sanierung in die nächste

Fondsschiffe MS „Otto Schulte“ und MS „Karin Schulte“ sind insolvent  

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die beiden zum HCI Renditefonds V gehörenden Fondsschiffe MS „Otto Schulte“ und MS „Karin Schulte“ endgültig in die Insolvenz gehen würden. Bereits im Mai 2012 zeichnete sich das Scheitern des ursprünglichen Sanierungskonzepts ab, da das hierfür erforderliche Neukapital nicht aufgebracht werden konnte. Bei dem anschließenden Sanierungsversuch, bei dem angekündigt worden war, die Rücklagen des Dachfonds zu verwenden, wurde letztlich nur weiteres Geld der Anleger verbrannt. Am 17. September 2012 wurde das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der beiden Fondsschiffe eröffnet. Für die Anleger des Fonds, die im Jahr 2004 rund 16,5 Mio. € in den Fonds investiert haben, bedeutet dies, dass das in die beiden Schiffe investierte Geld nach menschlichem Ermessen verloren sein dürfte. Denn angesichts der gegenwärtigen Situation auf den weltweiten Schifffahrtsmärkten und den damit einhergehenden niedrigen Charterraten und Schiffspreisen dürfte der Erlös einer Verwertung der Schiffe in der Regel nicht einmal ausreichen, um die Darlehen zurückzuführen.

 

Problematisch dabei: Angesichts der desaströsen Situation auf den weltweiten Schiffsmärkten , die durch besonders niedrige Charterraten geprägt ist, fordert immer mehr Opfer unter den Fondsschiffen. Ob die verbliebenen Schiffe des HCI Renditefonds V, die ebenfalls unter den niedrigen Einnahmen leiden und zum Teil bereits eine angespannte Liquiditätssituation angekündigt haben, die Krise überstehen werden, wird sich zeigen.

 

Von den ursprünglich acht Schiffen des HCI Renditefonds V hält der Fonds jetzt noch drei Schiffe in seinem Portfolio. Auch die verbliebenen Schiffe haben erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten.

 

  • MS "Hammonia Endeavour": Wegfall der Tonnagebesteuerung bis 2020; Refinanzierungskonzept mit Rückzahlung von Ausschüttungen und Kapitalerhöhung zur Vermeidung der akut drohenden Insolvenz. Das Konzept geht von einem Anstieg der Tagescharterrate von 7.370 US-$ (2011) auf 11.000 US-$ (2012) und 13.000 US-$ (2013 ff.) aus. Worauf sich die Annahme eines derartigen Anstiegs der Chartereinnahmen stützt, ist unklar.

 

  • MS "Bulk Europe": Die Einnahmen des Schiffs reichen nicht zur Darlehenstilgung aus. Gegenwärtig werden Liquiditätspuffer zur Tilgung verwendet. Die weitere Entwicklung hängt von der Anschlussbeschäftigung ab.

 

  • MS "Abram Schulte": Die Einnahmen reichen nicht zur Darlehenstilgung aus. Derzeit werden Sondertilgungen aus der Vergangenheit verrechnet. Ohne Einnahmeverbesserung können im nächsten Jahr keine Tilgungen erbracht werden.

 

Für die Anleger des HCI Renditefonds V bedeutet dies, dass ihre Investition ohne einen signifikanten Anstieg der Chartereinnahmen in den nächsten 12 Monaten mit großer Wahrscheinlichkeit  scheitern wird. Eine solche Perspektive gibt es aber derzeit nicht. Die HSH Nordbank, einer der größten Schiffsfinanzierer erwartet den Tiefpunkt im Zyklus der Branche in den kommenden zwölf bis 18 Monaten und rechnet nicht vor Ende 2013 mit dem Beginn einer langsamen Erholung bei Fracht- und Charterraten.

Daher stellt sich für die Anleger des HCI Renditefonds V die Frage, ob es Alternativen gibt, mit denen sie ihr Geld wiedererlangen können.

 

Schadenersatz als realistische Option

 

Die Entwicklungen des Fonds seit 2009 haben gezeigt, dass es sich bei einer Schiffsbeteiligung um eine hochspekulative und riskante Investition handelt, die durchaus den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge haben kann. Weder über diesen Umstand, noch über die einzelnen Risiken wurden die Anleger des HCI Schiffsfonds V, mit denen wir bislang gesprochen haben, von ihren Anlageberatern informiert.

 

Auch ist den Anlegern nicht erklärt worden, dass 26,6% des von ihnen investierten Kapitals und damit mehr als 1/4 für nicht investive Zwecke, also insbesondere Gebühren für diverse Dienstleistungen verwendet wurde. Allein die Vertriebskosten machten 22,6% des Anlegerkapitals incl. Agio aus. Ab 15% geht der BGH von einer die Rentabilität einer Fondsanlage beeinträchtigenden Höhe der Vertriebsaufwendungen aus, über die daher gesondert aufzuklären ist.

 

Völlig unzureichende Aufklärung über Risiken

 

Aus Gesprächen mit zahlreichen Anlegern wissen wir, dass diese über die Risiken, die sich in der gegenwärtigen Krise des Fonds verwirklicht haben, von ihren Beratern vor der Zeichnung des Fonds nicht informiert wurden. Geschlossene Fonds sind, wie es der Bundesgerichtshof formuliert hat (Az. III ZR 249/09), unternehmerische Beteiligungen die als solche das Risiko bergen, dass das eingesetzte Kapital zumindest zu einem Teil verloren gehen kann. Die spekulativen Risiken der Beteiligung hätten daher einen wesentlichen Teil der Beratung bilden müssen.

 

Falschberatung begründet Schadenersatzansprüche der Anleger

 

Die im Vertrieb des Schiffsfonds beteiligten Berater haben die Anleger mit denen wir bislang gesprochen haben über die Risiken dieser hochspekulativen Schiffsfondsbeteiligung gar nicht oder nicht ausreichend informiert. Wir haben bei einer Analyse der Beratungen insbesondere folgende Mängel festgestellt:

 

  • Hoher Weichkosten-Anteil verschwiegen
  • Hohe Vertriebskosten - verschwiegen
  • Keine Aufklärung über die Risiken der Beteiligung
  • Starke Schwankungen der Charterraten nach Auslaufen von Festcharterzeiten möglich – verschwiegen
  • Einfluss der Charterraten auf den Schiffswert – verschwiegen
  • Keine Information über loan-to-value Klausel (105 % Klausel) in den Darlehensverträgen 
  • Schiffsfonds als Altersvorsorge nicht geeignet – dennoch als Altersvorsorge empfohlen 
  • Keine Aufklärung über das Provisionsinteressen der beratenden Banken und Sparkassen (kickbacks)

 

Wir sehen daher gute Chancen für Anleger, den ihnen aufgrund des wirtschaftlichen Scheiterns der Fondsbeteiligung am HCI Renditefonds V entstandenen Schaden gegenüber ihren Anlageberatern durchzusetzen.

 

Gerne stehen wir Ihnen für eine Einschätzung Ihrer individuellen Möglichkeiten und die Durchsetzung Ihrer Schadenersatzansprüche zur Verfügung.

Rufen Sie uns an, wir wissen, wie Sie zu Ihrem Recht kommen.


Ihr Ansprechpartner

Mathias Nittel


Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
t: 06223 - 72 98 080
f: 06223 - 72 98 099
e: nittel@nittel.co




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